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EU-Parlamentarier fordern Kinderschutz im Internet

Verantwortlicher Autor: Claus Bernhold Brüssel, 02.01.2013, 20:57 Uhr
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Dr. Inge Gräßle MdEP
Dr. Inge Gräßle MdEP  Bild: privat

Brüssel [ENA] Ein Leben ohne Computer und Internet können sich vor allem jüngere Leute nicht mehr vorstellen. Gerade Kinder und Jugendliche aber müssen vor Gefahren, die im Worldwideweb lauern, bewahrt werden. Deshalb drängen die Abgeordneten des Europaparlaments auf Umsetzung des Kinderschutzes im Internet.

„Kinder und Jugendlich nutzten heute das Netz völlig selbstverständlich, um an Informationen für den Unterricht heranzukommen oder um mit Freunden zu kommunizieren“, sagt die CDU-Abgeordnete Inge Gräßle. Damit das so bleibt, haben die Parlamentarier eine Liste an Vorschlägen erstellt, zu denen die Forderung nach speziellen Schutzmechanismen für Kinder und Jugendliche in den Satzungen von Online-Dienstleistern ebenso gehört wie der Schutz vor Kinderpornografie und aggressiver Werbung, Altersbeschränkungen für Computerspiele und gezielte Schulungen von Lehrern, Schülern und Eltern zur Sicherheit im Netz.

Negative Erfahrungen online

Je mehr sich die Deutschen für Schule, Beruf und Freizeit das Internet nutzen – laut den Statistikern von Eurostat gehen 77 Prozent von ihnen einmal in der Woche ins Netz –, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden. Bereits 70 Prozent aller deutscher Internet-Nutzer ab 14 Jahre habe schon einmal negative Erfahrungen online gemacht, zitiert das Landeskriminalamt Baden-Württemberg in seinem Jahresbericht 2011 über Internetkriminalität eine Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) aus dem vergangenen Jahr.

Dr. Inge Gräßle MdEP

Weil sich die Täter bei der Internetkriminalität selten an Ländergrenzen halten, wurde bei der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag ein sogenanntes Cybercrime-Center installiert, das Anfang nächsten Jahres seine operative Arbeit aufnehmen soll. Neben dem Sicherheitsaspekt treibt die EU-Parlamentarierin Gräßle noch ein anderes Thema um: die Suchtgefahr, die von den neuen Medien ausgehen kann. „Ist der PC wichtiger als die Familie, Freunde, Schule und Hobbys, müssen die Jugendlichen und ihre Familien dringend etwas unternehmen“, so Gräßle.

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